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Hamam- das türkische Bad

Zu einem typischen Urlaub in der Türkei sollte unserer Meinung nach auch immer ein Besuch in einem türkischen Hamam gehören. Doch was ist überhaupt das Hamam und was erwartet einen dort?


Geschichtlicher Hintergrund


Das Wort Hamam stammt aus der türkischen Sprache und bedeutet übersetzt nichts anderes als Bad. Unter diesem Begriff versteht man in der Türkei eine öffentliche Badeanstalt, die in der orientalisch geprägten Welt weit verbreitet ist. Hier wird jedem Besucher eine traditionelle, türkische Badezeremonie mit hohem Wellnessfaktor geboten. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Körperreinigung, Dampfbad, sinnlichen Düften und einer wohltuenden Peeling-Massage. Geschichtlich betrachtet ist das Hamam fest in der türkischen Tradition verankert. Aus diesem Grund kann man in der Türkei viele der schönsten und ältesten Badehäuser des Orients finden. Der Ursprung des Hamam liegt in der ausgeprägten römischen Bade- und Thermalkultur.



Nachdem die Osmanen das bis dahin oströmische Konstantinopel (heute Istanbul) erobert hatten, vermischte sich vieles aus der römischen Badekultur mit ihrer eigenen. Mit dem Einfluss des Islam etablierte sich anschließend das Reinlichkeitsgebot. Nach diesem ging einem Besuch der Moschee, bei einer Hochzeit oder anderen religiösen Anlässen eine rituelle Waschung voraus. Dadurch wurde das Hamam ein wichtiger Teil der osmanischen Kultur. Es diente fortan der gleichzeitigen Reinigung von Körper und Geist. Aber auch ohne religiöser Anlässe wurde es gerne aufgesucht, bot es doch fließendes Wasser, welches in der damaligen Epoche nicht selbstverständlich war. Aufgrund der traditionellen räumlichen Geschlechtertrennung konnten sich im Hamam sowohl Frauen als auch Männer ungestört unter ihresgleichen über private oder geschäftliche Dinge unterhalten, der kosmetischen Pflege nachgehen und Freundschaften pflegen. So wurde das Hamam auch aus gesellschaftlicher Sicht ein gut und gern besuchter Treffpunkt.


Durch den Einzug von privaten Badezimmern im 20. Jahrhundert verlor das Hamam an immer mehr Bedeutung. Denn von nun an konnte die alltägliche Körperpflege und die rituell geprägte Waschung zuhause durchgeführt werden. Dank der stimmungsvollen Atmosphäre und den berühmten orientalischen Massagen ist das Hamam aber bis heute immer noch ein beliebter Ort, um Gesellschaft und Entspannung zu suchen.

In einem klassischen türkischen Hamam werden Männer und Frauen wie bereits erwähnt getrennt voneinander behandelt, dort sind die meisten Badegäste dementsprechend nackt, bzw. nur vom Handtuch bedeckt anzutreffen. In touristisch geprägten Regionen wird in den meisten Badeeinrichtungen keine Trennung zwischen den Geschlechtern gemacht. Deshalb empfiehlt es sich für Touristen, immer einen Bikini bzw. eine Badehose dabei zu haben.

Der Ablauf bei einem Hamam-Besuch


Der Badebesuch in einem Hamam folgt im Regelfall einem festen Ablauf , der durch einen speziell gelernten Hamam-Bademeister, "Tellak" genannt, begleitet wird:


- Zuerst entkleidet man sich in einem Umkleideraum und wickelt sich den "Pestemal", ein einfaches Leinentuch, um die Hüften oder Oberkörper. Wertsachen können je nach Badehaus in einem eigenen Schließfach weggesperrt werden.


- Anschließend wird mit klarem Wasser der komplette Körper geduscht. Dies dient der Reinigung und soll Schweiß und Verschmutzungen entfernen.


- Danach geht es ins Dampfbad. Hier können sich bei 45-60 °C die Muskeln entspannen. Durch die Wärme öffnen sich die Hautporen. Dadurch kann das spätere Peeling eine intensivere Wirkung zeigen. Nach einigen Minuten duscht man sich erneut ab und seift den Körper ein. Ist dies getan, geht es erneut ins Dampfbad.


- Nach der Dampfbad-Behandlung betritt man einen großen Raum. Dieser ist mit Wasserbecken und Sitzbänken an den Wänden und einer großen, warmen Marmorplatte in der Mitte des Raumes ausgestattet. Auch hier wird der Körper erneut mit klarem Wasser abgegossen.



- Nun legt man sich auf die Marmorplatte, die übrigens Göbektasi genannt wird. Mit einem speziellen Waschhandschuh wäscht der Tellak mit professionellen Massagetechniken den ganzen Körper. Durch dieses Peeling werden lockere Hautschuppen aber auch tiefere Ablagerungen gelöst, die Haut wird gut durchblutet und wirkt rosig und frisch.


- Der gesamte Körper wird mit duftendem Schaum umhüllt. Dazu taucht der Tellak einen großen Leinen-Sack in eine Seifenlauge und wringt ihn über dem Körper aus. Sobald der gesamte Körper in Schaum gehüllt ist, beginnt der Tellak mit der eigentlichen Hamam-Massage, welche sehr entspannend und doch belebend ist.


- Nach der Massage wird der Körper mit warmem Wasser abgegossen und alle Schaumreste werden abgespült.


- Zum Schluss geht man in einen Ruheraum, an einen Pool oder auf eine Sonnenterasse und relaxt. Bei Wunsch wird dazu ein kühles Getränk oder türkischer Tee gereicht.

Wissenswertes rund um dem Besuch im Hamam


- In den touristisch erschlossenen Regionen gibt es eine Vielzahl an türkischen Badehäusern, ein Vergleich der Leistungen und Preise lohnt sich also ( etwa 25-50 Euro pro Person).


- Handtücher und Slipper für die Füße werden im Regelfall vom Badehaus gestellt, natürlich kann man auch eigene Badeschuhe mitbringen.


- Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen einen Hamam-Besuch nur mit ärztlicher Absprache durchführen.


- Wer möchte kann zusätzliche Leistungen (Ölmassage, fernöstliche Massage) hinzubuchen.


- Vor dem Besuch ausreichend Flüssigkeit trinken, um eventuellen Verlusten durch das Schwitzen entgegen zu wirken.


- Nach der Behandlung den Rest des Tages nichts allzu Anstrengendes unternehmen und lieber am Strand oder im Hotel entspannen und ausruhen.


- Wer im Urlaub Hautbräune bekommen will, sollte am Anfang des Urlaubes ins Hamam gehen. Ansonsten kann es nämlich passieren, dass die gebräunte Hautschicht durch das Peeling abgerieben wird.

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